Nach dem nicht zufriedenstellenden Saisonbeginn mit 2:4 Punkten und zwei Heimniederlagen sollte nach dreiwöchiger Pause der Neustart gelingen. Auf dem Papier konnte die Konstellation dazu nicht besser sein. So reisten die Waldhöfer doch zum Tabellenletzten TSV Viernheim, welcher aus keiner seiner bisherigen fünf Begegnungen etwas Zählbares mitnehmen konnte.

Die Buwen erwischten dann auch den klar besseren Start und führten nach sechs Minuten folgerichtig mit 3:1. Obwohl bis hierhin bereits ein Siebenmeter und eine weitere 100% Chance liegen gelassen wurde.

Es sollten die einzigen sehenswerten Minuten von beiden Mannschaften in dieser ersten Halbzeit bleiben, denn anschließend entwickelte sich ein von Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten geprägtes Handballspiel. Die Mannschaft des SVW´s zeigte in Ansätzen ihre spielerische Überlegenheit und kam, nach erfolgreich ausgeführten Konzeptionen, zu aussichtsreichen Wurfmöglichkeiten, die sie dann aber nahezu alle vergaben. Entweder scheiterte man am früheren Teamkollegen Philipp Mertel, am Gebälk oder schlichtweg an sich selbst. Die Abschlußschwäche sorgte im Verlauf für fehlenden Mut und Kreativität im Positionsangriff. Man tat sich im Angriff so schwer, dass der Schiedsrichter aufgrund der mangelnden Bewegung bei den Gästen mehrmals den Arm zum Zeitspiel heben musste. Je länger die Halbzeit andauerte, umso weniger Druck entwickelten die Buwen auf das gegnerische Tor. So stellten sie die zwar kämpfende, aber statische Defensive des TSV vor keinerlei Probleme undman kam in den folgenden 25 Spielminuten auf besorgniserregende fünf eigene Treffer.

Die Viernheimer hingegen machten das, was in so einer Situation von einem Team zu erwarten ist. Sie zeigten 100% Leidenschaft und Einsatz. Mittels Einzelaktionen von Maximilian Hornstein sowie Christian Peiter kam man vereinzelt zu Toren im gebundenen Spiel. Hauptsächlich nutzen sie jedoch die Fehler der Waldhöfer zu Gegenstöße, meist erfolgreich abgeschlossen durch die schnellen Außen Philipp Oswald und Leon Schal.

Mit einem 5 zu 1 Lauf drehte die Heimmannschaft die Partie bis zur elften Minute zur 6:4 Führung. In der 21.Minute stand es 7:6, was letztendlich auch viel über die Qualität der Begegnung insgesamt aussagt. Der Unterschied beider Teams bestand in dieser Phase lediglich in der kämpferischen Komponente. Der TSV witterte seine Chance, jedem Ball wurde nachgegangen, Fehler schnell verarbeitet und in positive Energie umgesetzt. Symptomatisch eine Szene aus der 27. Spielminute beim Stand von 10:7 für den Tabellenletzten: Der kurz zuvor für den glücklosen Sven Fischer eingewechselte Kimo Toema parierte einen Wurf und eine zweite Welle wurde eingeleitet, aber anstatt sie in aussichtreicher Situation erfolgreich abzuschließen, kam der finale Pass nicht an und der herangestürmte Christian Peiter aus Viernheim fing den Ball ab und erhöhte den Viernheimer Vorsprung auf 11:7.

Dank eines Treffers von Stefan Kayser ging man dann dennoch lediglich mit einem Rückstand von drei Toren in die Kabine. Damit musste man zufrieden sein,  denn bei den Buwen lief es einfach nicht.

Dies änderte sich aber mit dem Wiederanpfiff. Beflügelt von einer Abwehrumstellung und einem überragend aufgelegten Kimo Toema egalisierten die Buwen das Ergebnis bereits in der 37. Minute zum 12:12. Dem TSV fehlten gegen eine aggressive Deckung die Ideen. Früh wurden sie bei der Ballannahme gestört, wodurch sie reihenweise technische Fehler produzierten. Und was dann noch aufs Tor kam, hielt die waldhöfer Nummer 12 teilweise spektakulär. In der 43.Minute hatte der Gast mittels eines Laufes von sechs Toren in Folge die Partie auf den Kopf gestellt. Die Defensivleistung kompensierte auch das weiterhin inkonsequente und ohne Fluss vorgetragene Positionsspiel der Buwen. Endlich stimmte dank der Gegenstöße halbwegs die Chancenverwertung.

Aber anstatt an diese konzentrierte und druckvolle Phase anzuknüpfen und auf einen beruhigenden 4-Tore-Vorsprung aufzubauen, schlichen sich unerklärlicherweise wieder technische Fehler und Pfostenwürfe ins Spiel der Buwen.

Die Viernheimer bäumten sich in den letzten 10 Minuten naturgemäß nochmal auf und leider hatten sie damit Erfolg, da die Gäste es ihnen nicht nachmachten, sondern Tor um Tor kassierten und der 4-Tore Vorsprung schmolz nicht nur dahin, sondern die Viernheimer haben letztendlich das Spiel sogar noch verdient mit 4-Toren Vorsprung gewonnen. Es ging letztlich 25:21 für die Heimmannschaft aus.

Man kann sehen, dass das Potenzial zum Siegen da ist, und man kann auch erkennen, dass gekämpft und gerannt wird, aber man erkennt auch, dass streckenweise der Wurm im Spiel ist und man keine Lösungen parat hat. Gepaart mit den Innenpfosten und verworfenen 100%-Chancen, langt es leider nicht einen Sieg zu holen.

Nun heißt es konzentriert weiter arbeiten und nicht zu lamentieren und den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich zu 100% auf das nächste Spiel vorzubereiten, sodass der Knoten bald zum platzen gebracht wird, denn der Wille und die Qualität sind da.

 

Es spielten: Sven Fischer, Kimo Toema, Tim Kremser (alle im Tor), Joseph Poser (4), Stefan Kayser (3), Moritz Dornseiff (1), Massimiliano Lombardo (2), Patrick Schäfer (1), Milos Zec (1), Maximilan Uhlitzsch (3), Patrick Reitter (3), Marc Bloch (1), Bartosz Bednarski (2).

Comments

comments

Kategorien: Service

Schreibe einen Kommentar