Teilen:facebook Herren 1: HG Königshofen/Sachsenflur - SV Waldhof Mannheim 26:24 (13:13)facebook Herren 1: HG Königshofen/Sachsenflur - SV Waldhof Mannheim 26:24 (13:13)facebook Herren 1: HG Königshofen/Sachsenflur - SV Waldhof Mannheim 26:24 (13:13)facebook Herren 1: HG Königshofen/Sachsenflur - SV Waldhof Mannheim 26:24 (13:13)

Es hätte so schön sein können.

Nachdem die Meisterschaft letzte Woche durch den knappen Erfolg der Königshofener beim Tabellenletzten PSV Knights in Heidelberg endgültig entschieden war, ging es für beide Teams bei der vermeintlichen Spitzenbegegnung nur noch um einen versöhnlichen Saisonausklang.

Selbstverständlich stimmte dabei der SVW auch gerne einer Spielverlegung zu, damit der Gastgeber den Aufstieg in eigener Halle feiern konnte.

Um 14.30 startete der Bus, bis unters Dach vollgepackt mit einer exzellenten Auswahl hochprozentiger Spirituosen und der dazu benötigten feierwütigen Meute, voller Vorfreude Richtung Main-Tauber-Kreis.

Bei der Ankunft staunten wir zunächst über die Überbleibsel des SWR Festivals, welches einen Tag vorher stattgefunden hatte. Sah nach einer guten Party aus. Ein ähnliches Eskalationsprogramm stand ja auch für uns auf der Agenda. Es blieb bei bestem Wetter sogar noch Zeit für einen Rundgang im Dorf, ehe dann zum letzten Mal für diese Saison das Jersey mit der Raute übergestreift wurde.

Allerdings war spätestens nach 20 Minuten der Partie die ausgelassene Stimmung endgültig dahin. Zu diesem Zeitpunkt lief nämlich HG Spieler Timo Mayer einen Gegenstoß. Als weder die Geschwindigkeit noch die spielerische Klasse ausreichten, um an Andi Amend vorbeizukommen, vertendelte er den Ball und fiel. Dies tat er jedoch nicht, ohne den Arm seines Kontrahenten bei sich einzuklemmen und ihn bei der Landung unter seinen gesamten 100 + X Kilogramm Körpergewicht zu begraben. Und um sicher zu gehen, rollte er im Anschluss nochmals über seinen Gegenspieler hinweg und zog an dessen, immer noch wie in einem Schraubstock eingespannten, Extremität.

Mit dieser Aktion beendete er vorzeitig die Karriere von Andi. Sein Schmerzensschrei ließ sämtliche Zuschauer verstummen. Sofort wurde der Arm noch an Ort und Stelle fixiert, ehe Andi mit einer Trage direkt in den Rettungswagen von da aus ins örtliche Krankenhaus gebracht werden musste.

Erste Diagnose:

Ausgekugelter Ellenbogen, eine zerstörte Schulter und ein kaputtes Handgelenk. Bänderverletzungen und weitere Brüche werden erst durch das MRT in den kommenden Tagen sichtbar werden.

Klar, Handball ist ein körperbetonter Sport, wodurch auch schlimmere Blessuren nicht auszuschließen sind. Das Risiko trägt man immer mit. Timo Mayer jedoch nahm mit seiner Handlung bewusst die Verletzung seines Kontrahenten bestenfalls billigend in Kauf, vielmehr provozierte er sie sogar.

Übertroffen wurde die Tat selbst nur noch durch die gesammelten Reaktionen der gesamten HG-Gemeinschaft. Wenn es stimmt, dass sich Haustier und Herrchen ähneln, haben die mit der Wahl ihres Maskottchens, dem Keiler, echt einen Volltreffer gelandet.

Denn während der Verursacher süffisant lächelnd (!!!!!!!!!!) zur eigenen Bank lief und seinen Mitspielern dabei zurauntest: „Der spielt heute nicht mehr“, diskutierte Trainer Roman Christov bereits eine Minute später energisch mit den Schiedsrichtern die Ballbesitzfrage aus. Muss man machen in der Situation. Gleichzeitig nutzten Teile Anhangs die Möglichkeit, den am Boden liegenden, verletzen Spieler massiv zu beschimpfen. Dabei möchte ich mit „A…loch“ über „H…sohn“ bis zu „rollt Ihn endlich vom Spielfeld runter, wir wollen weitermachen“ nur einige Beispiele aus dem Repertoire nennen.

Diese aufgeheizte Atmosphäre entspannte sich auch während der fünfzehnminütigen Unterbrechung wenig.

Mit dem Wiederanpfiff behielten die Gastgeber ihre harte Gangart bei. Am Ende standen zwei Disqualifikationen und insgesamt zehn Zeitstrafen auf Seiten der HG zur Buche. In einer Begegnung, die, ich betone es nochmals, überhaupt keine sportliche Relevanz mehr hatte.

Hier gilt es ein riesen Kompliment an die beiden Schiedsrichtern Dominik Kellner und Dominik Pfinder zu verteilen. Über die gesamte Spielzeit hinweg wurden nicht nur wir als Gegner, sondern auch die Unparteiischen Zielscheibe teilweise wüsten Provokationen und Anfeindungen. Unter diesen Gegebenheiten leiteten sie die Partie souverän, versuchten immer wieder deeskalierend zu wirken und damit die Spieler zu schützen. Wirklich großartig!

Letzendlich verloren die Buwen 24:26. Dabei hatte der SVW trotz des stark dezimierten Kaders, es fehlte mit Joseph Poser, Stefan Kayser, Sven Fischer, Patrick Schäfer sowie Jan-Philipp Hake nahezu eine gesamte Mannschaft, eine starke Leistung gezeigt. Auch nach dem Ausfall von Andi erhielt man sich bis zur letzten Minute die Siegchance. Aber wie gesagt, angesichts der Umstände rückte der Ausgang des Spiels in den Hintergrund.

Für den SVW spielten:

T. Kremser (Tor); B. Bednarski (1); M. Dornseiff (9/1); M. Lombardo (2); N. Karl; T. Truth; M. Zec (1); T. Linder (1); M. Uhlitzsch (3); A. Amend (3/2); M. Diederichser (1); M. Bloch (3)

Trainer und Betreuer: F. Caria; J. Hake

Liebe Königshofener, wir haben euch gestern bereits zur Aufstieg gratuliert und tun dies hier wieder. Denn wer am Ende oben steht, hat es sich auch verdient. Mit eurer Art und Weise diesen Sport auszuüben (in der gesamten Saison gab es zahlreiche Spiele von euch, die einen ähnlichen Verlauf nahmen), kann ich jedoch absolut nichts anfangen, Erfolg hin oder her. Daher beneide ich auch Niemanden aus der Verbandsliga darum, gegen euch in der nächsten Runde antreten zu müssen. Bitte nicht als Kompliment verstehen.

Zum Schluss möchte sich die Mannschaft bei den zahlreichen mitgereisten Fans bedanken, die den weiten Weg nach Königshofen auf sich genommen haben, um ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. JH

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Kategorien: Herren 1Spielberichte

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