Buwe mit Heimsieg gegen den TVF

Die Voraussetzungen für das Spiel waren alles Andere als berauschend. So lag die halbe Mannschaft mit Grippe im Bett, während die andere Hälfte über mehr oder weniger große Wehwehchen klagte. Gerade auf der Kreisläuferposition herrschte akuter Notstand. Sowohl die beiden etatmäßigen Wühler Massimo Lombardo (Knieverletzung) und Maxi Uhlitsch (Heimaturlaub), als auch Allrounder Andreas Amend (Ellenbogenverletzung) standen nicht zur Verfügung. Daher erhielten vergangene Woche Nicolas Karl und Thomas Truth einen Crashkurs in Sachen Sperre-Absetzen.

Der TV Friedrichsfeld hingegen, hatte nach einem desaströsen Saisonstart mit drei extrem knappen Niederlagen, ihre Hausaufgaben vor der Partie erledigt und deutlich die PSV Knights besiegt. Gleichzeitig stellten die Gäste trotz des schlechten Punktekontos, die bis dahin mit Abstand beste Defensive der Liga. Bereits in der vergangenen Spielzeit behielten die Waldhöfer in zwei engen Spielen gerade so die Oberhand.

Zu Beginn hatte der SVW noch kleine Probleme mit der Feinjustierung. So wurden gleich die ersten fünf Würfe, aus teilweise mehr als aussichtsreichen Positionen vergeben. Mit dem sicher verwandelten Siebenmeter in der 5. Minute durch Joseph Poser, platze dann jedoch der Knoten. Die fehlende Abstimmung mit dem Kreis wurde durch eine umso stärkere Rückraumleistung kompensiert. Hielt man den Druck im Angriff hoch und ließ den Ball schnell durch die eigenen Reihen laufen, kam einer aus der Rückraumachse Poser-Bloch-Dornseiff und später Rauner zu sehr guten Abschlussmöglichkeiten.

Zudem zeigte sich die Deckung, trotz Umstellung im Mittelblock und damit verbundenem Angriff-Abwehr-Wechse,l von seiner besten Seite. Die Friedrichsfelder hatten sichtbar keinen Spaß daran, dass sie bereits bei der Ballannahme von einem Blauschwarzen bearbeitet wurden. Ein strukturierter Spielaufbau war für die Gäste schlichtweg nicht möglich, die eigenen Treffer in der ersten Halbzeit resultierenden zumeist aus Einzelaktionen oder durch Zusammenwirken mit dem Kreis. Oft genug jedoch landete das Spielgerät in den Händen von Torhüter Sven Fischer, wenn nicht bereits einer der Vorderleute die Pille abgefangen hatte. Und dann ging es wieder mit Vollgas Richtung gegnerisches Tor. So bauten die Buwe Ihren Vorsprung sukzessive bis zu Pause auf 18:12 aus.

Positiv ausgedrückt kann man die zweite Halbzeit als „unterhaltsames Scheibenschießen“ umschreiben. Mit dem Wiederanpfiff schienen die Buwe vollständig auf Ihre Stärken im Angriff zu vertrauen. In den ersten zehn Minuten trafen die Friedrichsfelder öfter aus dem Feld, als in der gesamten ersten Hälfte. Hierbei zeigte sich, dass wenn man solch erfahrenen Kräften wie Lippe, Wacker und Salmen auch nur ein wenig Luft lässt, diese sofort mit ihrer individuellen Klasse Chancen kreieren können. Einzig die eigene Trefferquote sorge dafür, dass der Abstand konstant blieb. Zur Mitte der zweiten Halbzeit stand es 27:21 für die Hausherren. Ein letztes Aufbäumen der Gäste führte dann zehn Minuten später nochmals zu einem leichten Kribbeln bei Zuschauern und Akteuren, als diese bis auf drei Tore aufschließen konnten. Geistesgegenwärtig nahm Francesco Caria daraufhin eine Auszeit, um seine Mannschaft für die Schlussphase einzustellen. Das sorgte dafür, dass die Buwe in der Offensive wieder konsequenter agierten. Vor allem Moritz Dornseiff nutzte mit seiner Dynamik die entstehenden Lücken bei einem müder werdenden Gegner. Als dann noch Tim Kremser den Strafwurf, des bis dahin sicheren Schützen André Fischer entschärfte, war allen bewusst, die zwei Punkte bleiben heute in der Herbert- Lucy-Halle.

Für den SVW spielten:

Fischer, T. Kremser, P. Mertel (alle im Tor), J. Poser (7/2), N. Karl, S. Kayser (2), M. Dornseiff (8), T. Truth (2), J. Hake, M. Zec, T. Linder (1), A. Rauner (6), M. Bloch (8)

Trainer und Verantwortliche: F. Caria, A. Amend, M. Diederichsen

Mit nun 7:3 Punkten hat der SVW wieder Tuchfühlung zur oberen Tabellenregion aufgenommen. Dennoch kann man in diese völlig ausgeglichenen und verrückten Landesliga Nord mit vielen unerwarteten Spielausgängen nicht sagen, was das wirklich wert ist. Zur nächsten Standortbestimmung tritt die Mannschaft kommendes Wochenende nun seine erste längere Auswärtsfahrt zum TV Bammental an. Als einer der Aufstiegsaspiranten gehandelt, mussten diese in den vergangenen beiden Spielen gegen Schrießheim und die PSV Knights ebenfalls Rückschläge verkraften und finden sich im Mittelfeld wieder. JH

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Kategorien: Herren 1Spielberichte