„Handball du bist so grausam – oder SVW gegen Handschuhsheim.“

Der Sieg war zum Greifen nahe als Patrick Schäfer „Mr. Gnadenlos“ zum 7m schritt. Das 25:25 leuchtete auf der Anzeigetafel. Es waren nur noch wenige Sekunden zu spielen. Den Zuschauern stockte der Atem. Doch leider passierte das zuvor nie dagewesene. Der „Mann ohne Nerven“ konnte, im Gegensatz zum letzten Spiel, den Strafwurf nicht im Tor unterbringen. Die Handschuhsheimer konnten einen letzten Angriff initiieren und mit der Schlusssirene fand ein Wurf ins Tor. Durch zwei Abwehrspieler und die Beine von unserem Torhüter flog der Ball ins Gehäuse zum 25:26 Endstand. Der Rest, grenzenloser Jubel auf der einen, Niedergeschlagenheit und Enttäuschung auf der anderen Seite.

Doch jetzt der Reihe nach. Die Buwen mussten vor dem Spiel einen großen personellen Umbruch verkraften. Kreisläufer Massimo Lombardo verletzte sich am Dienstag drei Minuten vor Trainingsende und wird vermutlich mit einem Innenbandriss noch länger ausfallen. Außerdem verletzt bzw. krank: Kreisläufer Maximilian Uhlitzsch sowie Halb-Links Joseph Poser. Stefan Kayser fehlte zudem gesperrt. Neu ins Team kamen dafür: Nicholas Karl, Marcel Diederichsen und Torhüter Philipp Mertel. Nichtsdestotrotz war die Anzahl Spieler auf der Tribüne fast gleich groß, wie die der Ersatzspieler. Jedoch sollte dies dem Spiel der Buwen keinen Abbruch tun.

Direkt vom Start weg konnte das Spiel dominant gestaltet werden. Drei Tore in Folge von einen erneut sehr starken Marc Bloch, ein gehaltener 7m von Sven Fischer sowie ein Tor von Andreas Amend sorgten für die schnelle 5:2 Führung nach zehn Minuten. Danach gab es einen Bruch im Spiel der Buwen und man konnte sich bei Sven Fischer bedanken, dass das 8:8 in der 24. Minute durch Luka Baumann, das höchste der Gefühle für die Handschuhsheimer waren. Wie schon gegen Großsachsen verpasste man es aber sich trotz subjektiver Feldüberlegenheit deutlicher Abzusetzen. Mit dem Pausenpfiff verwandelten die Gäste zu einen 7m zum 11:10. Ein übrigens wahrlich seltener Anblick, konnten die sehr starken Torhüter des SVW, doch vier der insgesamt sieben Strafwürfe vereiteln. Nach der Halbzeit begann der SV Waldhof wieder stark und konnte sich auf 14:11 absetzen. Bis zur 45. Spielminute konnten die Jungs den Abstand bei mindestens zwei Toren halten. Als die Gäste dann nach einem Gewaltwurf von Alexander Rauner das Spiel in Unterzahl bestreiten mussten, hatte man die große Chance für die Vorentscheidung zu sorgen. Doch es kam ganz anders. Der gute Luka Baumann besorgte trotz Unterzahl das 20:19. Vorne konnten die Buwen trotz Überzahl kein Tor erzielen und ein Doppelschlag von Marius Krembsler sorgte für die erste Führung der Handschuhsheimer seit der 1. Minute. Im Angriff wurden jetzt klarste Chancen vergeben, man blieb insgesamt 9 Minuten ohne Tor, sodass Trainer Francesco Caria beim 20:22 zu seiner Auszeit gezwungen wurde. Diese verfehlte jedoch die gewünschte Wirkung und der Gegner konnte sich auf 21:25 absetzen, ehe Routinier Thomas Truth in der 55. Minute die Schlussphase einläutete. Crunch Time. Die Buwen spielten wie verwandelt. In der Abwehr musste der Gegner sich jetzt erheblich stärker für seine Tore anstrengen. Der Ball wurde erobert und die Konter eiskalt verwandelt. In der 59. Minute kam die Jungs vom Waldhof dann zum 25:25 Ausgleich. Ein erneut schneller Ballgewinn wurde auf Andreas Amend gespielt. Dieser, noch immer schnell wie mit 21, konnte von Klaus Dahlmann nur durch ein rüdes Foul gestoppt werden. Die Jungs hatten sich eindrucksvoll zurück gekämpft und hatten die Chance, dass Spiel nun ganz zu drehen, nachdem Handschuhsheim schon fast wie der sichere Sieger aussah. Dann folgten die dramatischen Minuten, die bereits in der Einleitung behandelt wurden.

Alles in allem eine dramatische Niederlage, dennoch hat die Mannschaft vor allem in den letzten Minuten eindeutig Moral bewiesen. Schließlich bleibt nun auch keine Zeit den Kopf in den Sand zu stecken. Getreu des Mottos „Weiter immer Weiter“ von Oliver Kahn, bietet sich die nächste Möglichkeit für die Buwen wieder zwei Zähler einzufahren, bereits am kommenden Samstag um 15.30 Uhr in Viernheim. SK

Es spielten:

S. Fischer, T. Kremser, P. Mertel (alle im Tor), M. Dornseiff (3), P. Schäfer (2/2), T. Truth (1), J. Hake, M. Zec (3), T. Linder (1), A. Amend (7/2), A. Rauner (2), M. Bloch (6), N. Karl, M. Diederichsen

Trainer: F. Caria

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Kategorien: Herren 1Spielberichte