Auf einem Bein zum Sieg

Zur besten Primetime ging es für die Buwen am Dienstag, zum vorgezogenen Rückrundenauftakt gegen den TSV Malschenberg. Um bei der stark frequentierten Route nicht in Termindruck zu geraten, machte sich der Tross dann auch frühzeitig auf den Weg. Dies führte dazu, dass Teile der Mannschaft zwecks Stärkung, sogar noch die ortsansässige Niederlassung der amerikanischen Bulletenbraterei aufsuchen konnten. Andere Akteure hingegen, zogen zur optimalen mentalen Vorbereitung auf den Gegner, bewusst die frische Herbstluft am verschlossenen Halleneingang diesem Genuss vor. Jeder Jeck ist anders.

Die Anfangsphase wurde von beiden Mannschaften völlig losgelöst von jeglichen defensiven Zwängen geführt. Tag der offenen Tür sozusagen. Bis zur 16. Minute schlugen die Bälle hinter den beiden bemitleidenswerten Torhütern Sven Fischer und Sacha Beckmann nur so ein. Gerade den beiden Rückraumshootern Adrian Rühl und Christian Zander auf Seiten der Gastgeber gelangen nahezu alles. Zusammen erzielten sie bis dahin sechs der neun Malschenberger Tore.

Beim Stand von 9:9 nahm Trainer Francesco Caria nicht nur personelle Änderungen vor, sondern stellte auch das Abwehrsystem um. Das tat dem Spiel der Buwen sichtlich gut. Der Gegner wurde jetzt frühzeitiger attackiert. Dadurch fehlte den beiden Hauptorschützen Rühl und Zander der nötige Anlauf, um ihre gefährlichen Distanzwürfe anzubringen.

Im Angriff agierte der SVW weiterhin nicht optimal, zumindest hielt die Mannschaft jedoch ihr Niveau. So erarbeiteten sich die Waldhöfer zwischen der 18ten und 21ten Minute eine 3-Tore-Führung, die bis in die Pause gerettet werden konnte. Halbzeitstand: 13:16 für die Buwen.

Die zweiten 30 Minuten sollten dann wesentlich dramatischer ausfallen. Der erste Schockmoment folgte kurz nach Wiederanpfiff. Besagter Rühl knickte bei einem Zweikampf um und musste unter Schmerzen vom Spielfeld getragen werden. Und frei nach Murphys Law sprang Joseph Poser im direkten Gegenangriff hoch, landete auf dem Fuß des Gegners, sackte schreiend zusammen und konnte ebenfalls nur mit fremder Hilfe wieder auf die Beine gestellt werden. Überflüssig zu erwähnen, dass es für beide nicht weiter ging.

Trotz der unglücklichen Umstände aber auch ein tolles Bild für den Handballsport. Denn die Verletzten wurden jeweils gestützt von Spielern des gegnerischen Teams zur Bank geleitet. Zudem übernahm Stefan Kayser mit all seiner medizinischen Expertise die Erstversorgung.

Die Malschenberger fanden nach Ereignissen schneller zu ihrem Spiel zurück. Denn innerhalb weniger Minuten stellten sie mit vier Toren in Folge den Anschluss zum 19:20 wieder her. Doch hatten die Buwen aus den vergangenen, engen Partien die richtigen Schlüsse gezogen. Trotz der Schwächephase agierte das Team weiterhin ruhig und konzentriert. Auch begünstigt durch eine Zeitstrafe des TSV gelang es den Abstand wieder auf vier Tore auszubauen. Hierbei zeigte sich, dass die Bank des SVW den verletzungsbedingten Ausfall wesentlich besser kompensieren konnte als der TSV.

Denn den Gastgebern fehlte merklich ihr Fixpunkt im Positionsspiel. Die Bewegungsabläufe folgten kaum noch einstudierten Automatismen und auch das Passspiel wirkte nicht mehr selbstverständlich. Die Mannheimer reagierten auf diese Unsicherheit, indem sie ihre Defensivaufgaben wesentlich offensiver interpretierten. Man störte den Gegner bereits bei der Ballannahme und zwang diesen so zu unkontrollierten Anspielen und Einzelaktionen. Jetzt konnte sich endlich auch Sven Fischer mit mehreren Paraden auszeichnen. Wobei in Sachen Rebounds beim gesamten Team, wie in der gesamten Saison weiterhin Verbesserungspotenzial besteht.

Den entscheidenden Knackpunkt für die Niederlage seiner Truppe besorgte TSV Trainer Michael Krause wohl höchst selbst. Bereits in der ersten Halbzeit brachte seine, zu den Schiedsrichtern, unterschiedliche Wahrnehmung bei einigen Spielsituationen lautstark zum Ausdruck und wurde in der Folge verwarnt.

In der 52ten Minute, beim Stand von 22:25 für den SVW, sorgte dann eine Freiwurfentscheidung dafür, dass er wiederum das Gespräch mit den Unparteiischen suchte. Deren Geduld schien am Ende, sodass sie ihn zunächst mit einer Zeitstrafe bedachten. Dies trug jedoch nicht zur Beruhigung der Lage bei, eher im Gegenteil. Dem Gespann blieb leider keine andere Wahl, als zunächst die Rote und dann sogar die blaue Karte auszusprechen.

Für seine Mannschaft bedeutete dies jedenfalls eine gewaltige Hypothek. Bei noch acht Minuten auf der Uhr spielte man nun die Hälfte der Zeit in Unterzahl. Als dann auch noch Janis Haupt auf der Strafbank platz nehmen musste, zogen die Buwen auf 23:29 davon.

Letztendlich fuhren die 2 Punkte trotz der Vorfälle verdienterweise mit den Mannheimern nach Hause. Auch schön zu sehen, dass 11 von 12 Feldspielern in der Torschützenliste vertreten sind.

Dieses Wochenende sind die Buwen aufgrund der Absage aus Schrießheim spielfrei. Somit bleibt Zeit für die Regeneration und Vorfreude auf die Wahnsinnsfahrt nach Buchen! Es gibt ganz vereinzelt noch letzte Karten für den Trip, bevor die Preise auf dem Schwarzmarkt explodieren werden. Also seid dabei, wenn der „Captain“ und seine Crew auf Reisen geht! Euer Jan

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Kategorien: Herren 1Spielberichte